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SCHÖPFUNG UND KLANG

Ein Text von Verena Grüter

Schöpfung und Klang | Christentum

»Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde...«

Das erste Buch der Bibel erzählt die Schöpfung der Welt als Gottes Tun. Nicht um historische und naturwissenschaftliche Erklärungen zu geben, sondern um die Frage zu beantworten: Wer sind wir Menschen in dieser Welt? In welcher Beziehung stehen wir zur Welt, zu allen Mitgeschöpfen, zu Gott? In der christlichen Tradition wurde die Erschaffung des Menschenpaares lange als Krönung der Schöpfung verstanden. Doch während die Zeitgenoss*innen des Buches Genesis die Menschen als »Statthalter*innen Gottes« verstanden, Gott gegenüber verantwortlich, rückten die Menschen seit der Renaissance selbst ins Zentrum ihrer Weltanschauung. Der Status der Gottebenbildlichkeit wurde verstanden als Freibrief zur Unterwerfung und Ausbeutung der Welt. Wohin dieses Verständnis führte, liegt uns heute als »ökologische Krise« deutlich vor Augen. Dem anthropozentrischen Blickwinkel des traditionellen christlichen Schöpfungs-verständnisses tritt eine neue Perspektive entgegen: die Verbundenheit aller Geschöpfe. Das Menschenpaar erscheint erst im letzten Akt der Schöpfungsgeschichte auf der Bühne. Es ist daher nicht das beherrschende, sondern das verletzlichste, das abhängigste Geschöpf, das alle anderen braucht, um selbst leben zu können. An die Stelle eines hierarchischen Bildes der Schöpfung tritt ein dynamisches: Das Menschenpaar ist nicht Krone, sondern Teil der gesamten Schöpfung, berufen zu einem Leben in wechselseitiger Beziehung zu allen Lebewesen. Auch die Erde selbst, die nach der Schöpfungsgeschichte »aufgehen ließ Gras und Kraut und Bäume«, nimmt teil an Gottes schöpferischem Handeln.

»Und Gott sprach...«

Am Anfang von Gottes schöpferischem Handeln steht ein Klang – der Klang seiner Stimme, seines Wortes. Schöpfung ist performatives Geschehen. Wie ein Regisseur ruft Gott die Akteure auf die Bühne: Licht und Himmel, Erde und Meer, Gestirne, Pflanzen, Tiere und Menschen. Der Klang des göttlichen Wortes ruft alles ins Sein, jedes Wesen an seinen Ort, in die lebendige Beziehung zu allem anderen hinein. Während orthodoxe christliche Kirchen den Klang der Liturgie als Widerspiegelung des himmlischen Lebens feiern, hat lutherische Theologie das Wort Gottes in den Mittelpunkt gerückt: Gottes Wort weckt den Glauben. Doch neben diesem kognitiven Zugang hat Martin Luther der Musik eine eigene theologische Würde verliehen: musicam esse ab initio mundi inditam seu concreatam creaturis universis –Musik ist mit allen Geschöpfen gemeinsam erschaffen, ja, ihnen selbst von Gott eingestiftet.

»Veni Creator Spiritus...«

»Komm, Heiliger Geist, erneuere die ganze Schöpfung!« Das alte christliche Gebet zum Pfingstfest lenkt unseren Blick auf einen wichtigen Aspekt christlicher Schöpfungstheologie: Gottes schöpferisches Handeln ist nicht abgeschlossen. Mit der Auferweckung Christi von den Toten und der Ausgießung des Heiligen Geistes sind die Zeichen gesetzt, die auf die neue Schöpfung verweisen: auf „den neuen Himmel und die neue Erde“, die Gott schafft und in der Leiden und Tod überwunden sein werden. Als »neue Kreaturen« in Christus (2. Kor 5,17) rufen Christ*innen verschiedener Kirchen seit 2013 im Ökumenischen Prozess »Umkehr zum Leben –Den Wandel gestalten« dazu auf, die anthropozentrische Verengung des überkommenen Schöpfungsverständnisses zu überwinden und im Geist einer »neuen Demut« unsere sozialökonomischen Lebensverhältnisse neu zu gestalten.

»Singt dem Herrn ein neues Lied...«

Auf diesem Wort neu liegt der Ton. Was ist dies neue Lied anders als das Lied, das den Menschen neu macht, das Lied, das aus dem Menschen nach Dunkelheit und Sorge und Angst hervorbricht zu neuer Hoffnung, neuem Glauben, neuem Vertrauen? Das neue Lied ist das Lied, das Gott selbst neu in uns erweckt – und ob es ein uraltes Lied wäre – der Gott, der –wie es bei Hiob heißt – »sich Lobgesänge schafft mitten in der Nacht« (Hiob 35, 10), schrieb Dietrich Bonhoeffer in einem Brief. Gottes Neuschöpfung geschieht nicht sang-und klanglos. Sie bricht sich Bahn im Gesang seiner Menschen.

 

Schöpfung und Klang - Ein Text von Verena Grüter

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